Kaiser´s Reiselogbuch


Rückreise


Nach dem Einbruch in unser Womo vor dem Guggenheimmuseum in BILBAO wurde eine schnellere Heimreise beschlossen.

Die Strände in Aquitanien, der Südwestküste Frankreichs, werden besucht. Am Becken von Arcachon verlassen wir die Küste um über BORDEAUX, diagonal durch Frankreich und Luxemburg nach Hause zu fahren.

 Routenverlauf 
Quer durch Frankreich und Luxemburg nach Hause

Capbreton


71. Tag
Grau in grau ist der Himmel als wir kurz nach zehn aufbrechen. Wir fahren die Küstenstraße Richtung Norden, mit Ziel LIT E MIX, wo wir schon einmal 1985 mit dem Wohnwagen und den Kindern waren.

In CAPBRETON zeigen Schilder einen Wohnmobilparkplatz an. Wir folgen ihnen Richtung Meer. Hinter den Dünen liegt rechts der Straße ein PKW-Platz, mit einer 1,80 Meter-Schranke in der Zufahrt, gegenüber auf der rechten Seite ein schöner geteerter Womo-Stellplatz mit Ver- und Entsorgungseinrichtung. Er ist gut belegt, aber wir finden noch einen Platz. Er ist tagsüber kostenlos, die Nachtgebühr von 20:00 bis 09:00 Uhr kostet 6,60 EUR. Wir fragen Wohnmobilisten aus Mettmann wie das Procedere hier abläuft. Abends und morgens kommt eine Bedienstete der Stadt und kassiert die Nachtgebühr, alles andere ist frei, morgens kommt der Bäcker mit frischen Baguetts auf den Platz. Hört sich gut an.
Trotz Bewölkung schultern wir unsere Liegestühle, nehmen die Bücher und bevölkern den Strand. 

Strand bei Capbreton 

Später kommen wir mit den Rheinländern noch einmal ins Erzählen und reißen uns erst um 19:00 Uhr los um zu „unserem“ Bauernhof zu fahren. Als ich gestern wegen dem Platz für eine Nacht fragte, hatte die Bäuerin nämlich gesagt, wir könnten auch gerne zwei Nächte hier stehen.
Heute sind schon zwei französische Mobile hier als wir ankommen.
Der unmittelbare Nachbar antwortet auf mein „Bonsoir“ mit „Guten Abend“. Er stellt sich als Elsässer vor und wir plauschen noch einige Zeit mit ihm und seiner Frau, die ein fast akzentfreies Deutsch sprechen.

 

Pause

72.Tag
Heute weckt uns ein intensives Morgenrot schon recht früh. Wir beschließen, erst zum Bäcker zu fahren um mal wieder knackfrische Baguette zu kaufen, und anschließend auf dem Womo-Stellplatz zu frühstücken. Es wird ein richtiger Strand- und Markisentag unter blauem Himmel und heißer Sonne. Heute Abend werden wir die Nachtgebühr von 6,60 EUR bezahlen und auf diesem Platz stehen bleiben.

 Zum Seitenanfang

Meer & See

73.Tag
Nach dem Frühstück, draußen in der Morgensonne vor dem Womo, wollen wir einen Strandspaziergang machen. Oben auf der Düne treffen wir einen unserer rheinischen Nachbarn, Harald Breuer, und kommen ins Erzählen. Aus der Strandwanderung wird nichts mehr. Als Herr Breuer nicht mehr stehen kann, er hat kürzlich ein neues Hüftgelenk bekommen, gehen wir langsam zu den Womos zurück.

Weil ich Interesse an den, von der Schwägerin selbst genähten, Sitzbezügen zeige, wird eine Besichtigung mit Informationstransfer daraus. Und schon sitzen wir mit Dieter und Roswitha, Harald und Monika in der Runde und erzählen über Gott und die Welt, Politik und Wirtschaft, und was es sonst noch für Themen zu behecheln gibt. Es ist eine tolle Runde, denn wir habe alle etwa die gleiche Wellenlänge. So vergeht die Zeit viel zu schnell, bis wir uns um 14:00 Uhr losreißen um uns und das Fahrzeug startklar zu machen.

Zur Kaffeezeit sind wir in Fahrt und rollen parallel zur Küste durch Ferienorte und Pinienwälder nach Norden,

Im Jahr 1985 waren wir mit Wohnwagen und Kindern auf dem Campingplatz CAP DE L’HOMY bei LIT E MIX. Wie wird es dort wohl heute aussehen? Wir fahren hin und schauen uns um. Es hat sich erfreulicher Weise nicht allzu viel geändert. Die Straßen sind breiter geworden, die Bretterbuden und Barackenrestaurants sind Neubauten gewichen, die Ferienhäuser haben erheblichen Zuwachs bekommen, der Parkplatz auf der Düne hat eine Zweimeterschranke bekommen, aber der Campingplatz hat sich kaum verändert, wenn man von den Hecken und Blumenrabatten einmal absieht.
LIT E MIX dagegen hat sich sehr verändert. Wir haben nichts mehr wiedererkannt. Aus den Sandwegen von damals ist eine gepflasterte Fußgängerzone geworden.
Für die Übernachtung hatten uns unsere neuen Bekannten den Womo-Stellplatz in Gastes empfohlen. Der Rasenplatz unter Bäumen ist wunderschön am Südostufer des ETANG DE BISCARROSSE gelegen, ausgestattet mit Ver- und Entsorgungsmöglichkeit, Toiletten und Dusche.

 Zum Seitenanfang

Dune de Pyla

74. Tag
Während des Frühstücks regnet es. Da hat Petrus seine Ohren ganz weit aufgemacht, als ich gestern davon sprach, vor der Abfahrt noch die Scheiben waschen zu wollen. Danke, jetzt brauch ich nur noch den Scheibenwischer betätigen und habe schon freie Sicht. Es kommt noch besser, es klart sich anschließend allmählich auf und wir bekommen noch einen herrlichen Tag.

Das erste heutige Ziel ist Europas höchste Düne am Ausgang des Beckens von ARCACHON, sie heißt DUNE DE PYLA.
So groß hatte ich sie mir nicht vorgestellt. Für 4,60 EUR Parkgebühr wurden aber auch Treppen als Aufstiegshilfe angelegt. Trotz dieses Komforts mussten wir oben erst einmal nach Luft ringen. Dann ging es von Dünenkamm zu Dünenkamm parallel zur Küste immer noch etwas höher. Nach etwa zwei Kilometern, vierzig Minuten haben wir dafür gebraucht, setzten wir uns auf der Kuppe in den Sand und schauten den Paragleitern bei ihren Flugfiguren zu. 

Einige schwebten wenige Meter vor unseren Augen über dem meerseitigen Abhang im Aufwind. Zwei Engländer trieben es besonders doll, nur wenige Zentimeter trennten manchmal die Schirme der Beiden wenn sie sich begegneten. Wenn sie der Düne sehr nahe kamen, griffen sie im Flug mit einer Hand in den Sand oder kratzten mit den Fußspitzen am Hang. 

Dünen von Pyla

Dünen von Pyla

Dünen von Pyla

Dünen von Pyla

Dünen von Pyla

Von hier oben bietet sich ein fantastischer Blick über das Becken von Arcachon, die Sandbänke und Untiefen vor der Küste und ins Landesinnere über die ausgedehnten Pinienwälder.

Der Abstieg durch den losen Sand erinnerte wieder an die Kindheit, wo man im Sand herumgetollt hatte. Nach einer ausgiebigen Siesta wird der Motor gestartet und die Küste endgültig verlassen. Über BORDEAUX geht es zum Teil über kostenlose Autobahnen oder Nationalstraßen Richtung Nordost, also Heimat.
Gegen Abend sieht Brigitte ein braunes Schild, das auf einen See hinweist. Wir fahren an der Ausfahrt ab und finden sechs Kilometer abseits der Autobahn einen einsamen Wiesenparkplatz unweit des LAC DE ST. PARDOUX.

 Zum Seitenanfang

Lac de Orient

75. Tag
Heute wollen wir ein gutes Stück Richtung Heimat vorankommen. Der Himmel ist bewölkt, eigentlich ein gutes Reisewetter, aber am 2. Juli weiß das Wetter immer noch nicht richtig was es will. Den ganzen Tag wechseln Schauer mit Sonnenschein bei einem kräftigen Westwind, richtiges Aprilwetter. Zuerst geht es noch 150 Kilometer zügig auf der kostenlosen A 20 weiter, bis wir auf Nationalstraßen abbiegen. Diese sind in der Straßenkarte teilweise grün gekennzeichnet, führen aber eigentlich immer durch schöne Landschaften.

Es ist unverkennbar, dass Frankreich ein Agrarland ist. Manchmal geht es vorbei an riesigen Weizen und Rapsfeldern die sich über die Hügel spannen, dann wieder durch stark gegliederte Flächen. Sie sind wie bei uns durch Baumreihen und Buschwerk voneinander abgegrenzt, was herrliche Farbkombinationen hervorbringt, über die verschiedenen Grüntöne bis zum Goldgelb des Weizens. Über allem der hellblaue Himmel mit weißen bis dunkelgrauen Kumuluswolken.

Am Spätnachmittag erreichen wir den Ort MESNIL-SAINT PERE am See LAC DE ORIENT bei TROYES. Es war auch ein Tipp unserer neuen Bekannten. Wir finden allerdings den Womo-Stellplatz nicht beim ersten und nicht beim zweiten Vorbeifahren, deshalb stellen wir uns zu den sechs französischen Womos, die auf dem Busplatz parken. Auf unserem Abendspaziergang haben wir dann auch den Womo-Platz gefunden. Er liegt direkt neben dem Campingplatz hinter der Dump-Station (Ver- und Entsorgungsstation), belegt mit einem Fahrzeug. Jetzt, um 22:00 Uhr sind es einundzwanzig Wohn- und Reisemobile die mit uns auf dem Busparkplatz stehen.

 Zum Seitenanfang

Abschluss

76. Tag
Das Aprilwetter dauert in verschärfter Form an. Beim Aufstehen bedecken graue Regenwolken den Himmel, kein Anreiz länger hier zu verweilen. Kurz vor NANCY fahren wir auf die kostenlose Autobahn A 31, die über METZ nach LUXEMBURG führt.

Im Laufe des Vormittags wird der Verkehr in der Gegenrichtung immer dichter. Einen großen Anteil daran trägt der Urlaubsreiseverkehr. Viele Fahrzeuge mit Toppbox, Wohnwagengespanne und Wohnmobile kommen uns entgegen. Das bestärkt uns in der Entscheidung, mit unserer Reise zum Abschluss zu kommen.
Trotz teils heftiger Regenschauer kommen wir gut voran und verlassen um 12:15 Uhr Frankreich. In Luxemburg nutzen wir noch einmal die Gelegenheit günstig zu tanken, der Diesel ist 20 Cent billiger als in Deutschland.

Als um 12:55 Uhr Deutschland erreicht ist überlegen wir, ob es machbar ist in einem Rutsch nach Hause zu fahren, bisher lief es ja hervorragend. Bei dem herrschenden Wetter haben wir keine allzu große Lust, wie geplant, an der Mosel entlang zu bummeln. Außerdem fliegt Ramona morgen in den Urlaub und wenn wir durchfahren, können wir heute Abend mit den Kindern noch Essen gehen.

Ingo meldet sich nicht auf seinem Handy, aber Ramona können wir erreichen. Wir erfahren, dass Ingo zurzeit in Osnabrück ist, sie heute Abend packen will und keine weiteren Termine hat. Somit sind die Würfel gefallen, es geht direkt nach Hause. Vorher nur noch einen Schlenker zur Mosel um Wein zu kaufen. Dabei werden die Regenschauer immer heftiger und kommen in kürzeren Abständen. Ab Spätnachmittag begleitet uns Dauerregen. Um 18:45 stellen wir das Fahrzeug in der Garageneinfahrt ab und schließen unsere Tochter in die Arme.




 zurück  zurück   Zum Seitenanfang  weiter weiter


Was Sie noch interessieren könnte: Themen-Links und  Inhaltsverzeichnis

Valid XHTML 1.0 Strict


Impressum  Kontakt  Inhaltsverzeichnis/sitemap  Haftungsausschluss/disclaimer 

© Alle Rechte bei: Franz J. Kaiser, Delbrück    URL: http://www.f-j-kaiser.de