Kaiser´s Reiselogbuch


Katalonien

Die Anreise durch Frankreich liegt nun fast hinter uns.
Nach Überquerung der Pyrenäenausläufer hoffen wir, in Spanien auf besseres Wetter zu treffen. 

In diesem Teil sind die Eindrücke nachzulesen, die wir an der Costa Brava bis Tortosa, gesammelt haben.

Kartenausschnitt Katalonien

Ausschnitt Katalonien

Heute erreichen wir Spanien

5. Tag 
Es regnet  nicht mehr, aber der Wind hat nichts von seiner Heftigkeit verloren. Ich schätze die Böen auf ca. 7 Beaufort.
Heute fahren wir an der Küste entlang zur spanischen Grenze und darüber hinaus.
Am Lenkrad ist wegen dem Wind erhöhte Aufmerksamkeit geboten, aber der hat auch die Wolken aufgerissen und inzwischen scheint wieder die Sonne.

Routenabschnitt Narbonne-Cadaques
Routenverlauf

Die ausgewählte Route führt uns von einer Touristenhochburg in die nächste, bis wir die Pyrenäen und damit das Grenzgebiet erreichen.
Hier, wo die Gebirgsausläufer im Mittelmeer ertrinken, gibt es keinen Sandstrand mehr. Stattdessen enge tief eingeschnittene 

Bucht

Buchten, 

Kap

vorspringende Kaps, 

an den Hang geklebte Ortschaften und eine mit Kurven gespickte, aus dem Fels gehauene

Straße

Straße.

Der dritte ist jetzt der angepasste Gang.

Am frühen Nachmittag erreichen wir CADAQUES mit seinem Ortsteil PORT LLIGAT.
Berühmt ist PORT LLIGAT durch die

Casa-Dali
„Casa Salvatore Dali“,
dem Wohnsitz des surrealistischen Künstlers und Selbstdarstellers bis zum Tode seiner Lebensgefährtin und Muse Gala im Jahre 1982.

Standbild Dali
Standbild Dali

Als wir um 15:00 Uhr Eintrittskarten kaufen wollen, bedeutet man uns, dass der heutige Tag ausgebucht sei. Wir sollen morgen wiederkommen. Na ja, das passt nicht so ganz ins Konzept, aber wir sind ja flexibel, schauen uns erst mal den

Ortsansicht Cadaques
Ort und die
Cadaques-Kirchenaltar
Kirche an. 
Dann wollen wir auf dem Parkplatz unweit der Casa Salvatore Dali übernachten.

Bei unserer Erkundung fällt die Flut der Verbotsschilder für Womos unangenehm auf. Alle Straßen und Plätze sind mit so einem durchgestrichenen Wohnmobil-Piktogramm verunziert. 

Gasse in Cadaques

In den engen Gassen von CADAQUES und PORT LLIGAT  ist das ja noch verständlich, aber sogar die Zufahrt zum CAPE CREUS ist für Womos gesperrt.
Weil wir aber morgen bei Kassenöffnung gleich zur Stelle sein wollen, nehmen wir uns heraus, einfach auf dem Parkplatz stehen zu bleiben.

Während ich hier geschrieben habe, klopfte es an die Tür. Zwei Polizisten machten uns unmissverständlich klar, dass „Camping“ im Stadtgebiet von CADAQUES nicht erlaubt sei. Wenn wir morgen in die Casa Salvatore Dali wollen, müssen wir auf dem Campingplatz oder dem Parkplatz vor der Stadt gegen Gebühr übernachten.

Also wir werden weder auf dem Campingplatz, dessen Besitzer wahrscheinlich die Polizei gerufen hat, noch auf dem gebührenpflichtigen Parkplatz übernachten. Allerdings entgeht dem Bäcker der morgige Umsatz unserer Brötchen und bei dem Museum „Casa Salvatore Dali“ bezahlen wir auch keine 16 Euro Eintritt, sondern verlassen diese ungastliche Stätte.
Die letzten Sätze habe ich in AMPURIABRAVA geschrieben wo wir um 22:15 Uhr angekommen sind.

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Teatre Museo Dali

Route Figueras-Olot-Barcelona

Routenverlauf

6. Tag

Heute steht das Dali-Museum in FIGUERAS auf dem Programm. Die Sonne weckt uns zeitig, damit wir zur Öffnung des Museums vor Ort sind. Gilt es doch, erst noch einige Kilometer zu fahren und dann einen Parkplatz in der Innenstadt von FIGUERAS zu ergattern.

In den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts bot der damalige Bürgermeister von FIGUERAS dem Künstler das alte Stadttheater an, als Sitz des künftigen Dali-Museums.
Dali akzeptierte, fand doch seine erste Gemäldeausstellung in seiner Jugend im Festibül eben dieses Hauses statt, und gegenüber in der Kirche SANT PERE war er getauft worden. Außerdem fühlte er sich ohnehin als theatralischer Maler, ein sehr verbundener Ort also.
Ein volles Jahrzehnt stürzte sich Dali in die Arbeit und schuf einen surrealistischen Kosmos als sein

Dali-Museum
TEATRE MUSEU DALI 

Dass Dali das Handwerk der verschiedenen Maltechniken und Stile beherrschte ist an vielen Exponaten seiner Schaffensjahre zu sehen. 

Dali-Bild 1
Bühnenbild

Schwester
Schwester

Kreuzabnahme
Kreuzabnahme

Daneben entwickelte er auch seinen Dali-Stil, der irgendwie schwerelos, abgehoben aber auch sinnbildlich ist, sodass sogar ich etwas mitgeteilt bekomme; wie zum Beispiel bei der zerrinnenden Zeit die er in einer wegfließenden Uhr darstellt. 

In seinen späteren Jahren hat er sich nach Kräften selbst inszeniert und mit seinen Happenings  für Aufsehen und Rummel gesorgt.

Kühlerfigur
Kühlerfigur

Der fliegende Holländer?
Der fliegende Holländer?

Auch in seinem Museum hat Dali, mit überbordenden, effektheischenden, unkonventionellen Ideen und Werken sich selbst dargestellt. Er starb 1989.

Nun wollte auch unser Womo wieder bewegt werden, deshalb wurde es westwärts in das Vulkangebiet LA GARROTXA (ein Zungenbrecher für uns) zwischen BANYOLES und OLOT gesteuert.
Zwei Kilometer hinter dem Örtchen SANTA PAU absolvierten wir die tägliche Ertüchtigung auf Schusters Rappen.
Von einem Park- und Rastplatz starten wir bergauf an der Flanke eines Vulkankegels. So gewaltig wie den Vesuv oder ähnlich darf man sich das nicht vorstellen. Es sind eher bescheidene Kegelstümpfe aus ausgeworfenem Bimsmaterial die bewaldet und ohne Spitze in der Gegend herumstehen. 

Vulkanlandschaft
Vulkanlandschaft

Nach einer dreiviertel Stunde, des am Schluss doch recht steilen Anstiegs, stehen wir am Kraterrand und blicken auf die Kapelle SANTA MARGARIDA mitten im Krater hinunter.
Auf dem gleichen Weg wollen wir nicht wieder zurück, deshalb wird der Berg einmal umrundet und nach zwei Stunden sind wir am Rastplatz zurück, packen die Liegestühle aus um die armen Füße hoch zu lagern und dabei in einem Buch zu schmökern.

Übernachtet wird heute am Fußballplatz von OLOT. 

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Girona & Empurion


7. Tag
Wieder ein wolkenloser Himmel über uns. Das nächste Etappenziel ist das kleine Städtchen CASTELLFOLLIT. Es wurde genau auf einem Basaltkamin eines Vulkanes erbaut dessen weicher Bimsmantel an einer Seite vom Fluss EL FLUVIA abgetragen wurde. Einige der Häuser balancieren auf der Abbruchkante und wer dort aus dem Fenster fällt, landet ca. 100 Meter tiefer im Fluss.  Häuser auf der Kante

GIRONA ist so etwas Ähnliches wie eine Kreisstadt, jedenfalls zieren die beiden Buchstaben GI die Nummernschilder der Autos. 

Girona

Girona mit Kathedrale

GIRONA hat eine lange Geschichte, noch einen Teil der alten Stadtmauer, eine historische

Girona Altstadt

Altstadt, 
ein Judenviertel und neben diversen Kirchen auch eine Kathedrale deren Portal über 90 Stufen zu erreichen ist. Der Eintretende befindet sich dann im größten, einschiffigen, gotischen Kirchenraum der Welt. Wie üblich im Süden, sehr dämmerig, nur von wenigen kleinen Kirchenfenstern sparsam erhellt.
Es ist gerade Sonntagsmesse und wir lauschen kurze Zeit der Liturgie, bevor wir, auf Zehenspitzen gehend, das Portal leise hinter uns zuziehen.

Jetzt wird es noch älter, die Griechen und Römer, bzw. was sie hinterlassen haben, sieht unserem Besuch entgegen.

Im Deltagebiet des EL FLUVIA siedelten die Ureinwohner auf Geländeerhebungen, die aus dem umliegenden Sumpfgebiet herausragten. Ab dem 7. Jh. v. Chr. standen sie in Handelsbeziehungen u. a. mit den Griechen, die in dieser Zeit ihre Handelwege zur See ausweiteten.
Etwa ein Jahrhundert später gründeten griechische Kaufleute aus PHOKIS, in der heutigen Türkei, einen Handelsposten in dieser einheimischen Ansiedlung um bald darauf einen neuen Sektor der Stadt zu gründen. Die Kolonie wurde EMPORION genannt, was auf griechisch Markt bedeutet. Durch den Handel, den Export von Naturprodukten und den Import griechischer Güter und Kultur, gedieh die Stadt in den nächsten Jahrhunderten prächtig.
Im Jahre 218 v. Chr. landete ein römisches Heer im Hafen von EMPURIES um den karthagischen Truppen den Nachschubweg über das Land und den Übergang über die Pyrenäen abzusperren. Gleich oberhalb der alten Stadt wurde, wie für die Römer üblich, eine große, klar gegliederte Garnisonsstadt mit rechten Winkeln und klar begrenzten Bezirken errichtet. Von nun an nahmen die Römer, bis zum Untergang des Reiches, die Region der östlichen Iberischen Halbinsel unter ihre Herrschaft und etablierten das römische Recht. Die unterschiedlichen Siedlungsstrukturen zwischen der alten, gewachsenen, griechischen und der römischen Stadt sind sehr deutlich zu erkennen.

Emporion griechisch 1

Empuries roemisch

Nachdem wir uns dieses Wissen erlaufen und angelesen hatten, war das Womo an der Reihe uns weiter zu befördern.
Nicht weit entfernt liegt eine ganz moderne Ansiedlung, ein Ferien- und Touristenort Namens MONGO. Er liegt eingebettet zwischen Felsenkaps um einen kleinen Mini-Strand herum. Landschaftlich schön gelegen, aber wenn hier in der Hauptsaison tausende von Sonnenhungrigen einfallen möchte ich nicht hier sein. Gleiches gilt für den nächsten von uns besuchten Ort, L ESTARTIT.

In Richtung Süden soll sich ab ST. FELIU DE GUIXOLS bis LORETT DE MAR der wildeste Abschnitt der der COSTA BRAVA (Wilde Küste) anschließen. Dafür warten wir aber lieber die Vormittagssonne ab, die die Felsen ins rechte Licht rücken wird. Also suchen wir einen Übernachtungsplatz und finden ihn wo? Am Fußballstadion von PALAMOS. Na, dass ich mal so fußballbegeistert sein werde, hätte ich nicht gedacht.

 

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COSTA BRAVA

8. Tag
Morgens war es noch etwas diesig, aber in ST. FELIU DE GUIXOLS haben wir die Sonne aus Osten wie gewünscht. Ideales Licht für Dia-Aufnahmen. Unsere Digital-Aufnahmen werden leider nicht so gut aber ich habe mich für diese Reise nun einmal ausschließlich darauf festgelegt und die Dia-Ausrüstung zu Hause gelassen.
Der Küstenabschnitt wird seinem Ruf tatsächlich gerecht. Die kurvenreiche Küstenstraße ist für LKW gesperrt und windet sich in der Höhe an den Abhängen entlang, toll.

Costa-Brava 1

Costa-Brava 2

Costa-Brava 3

Costa-Brava 4

Costa-Brava 5

In LORETT DE MAR ist die Idylle vorbei. Die Küste wird flacher und Bettenburgen, eine neben der anderen, bestimmen ab hier das Bild. Bald begleiten uns die Sandstrände auf der linken Seite bis Barcelona.

Was für eine Stadt. Ich bin wahrhaftig kein Städtefreund, aber Barcelona hat mir, nach dem ersten Schock, sehr gefallen. Der Schock wurde durch den Verkehr der 1,5 Millionenstadt ausgelöst. Irgendwo in den Vororten verloren wir „unsere“ N II, die uns von Nord nach Süd durch die Metropole leiten sollte. Stattdessen wurden wir mit dem Verkehrsstrom mitgerissen und fanden uns bald auf dreispurigen Einbahnstraßen mit der Sonne im Rücken im Häusergewirr in die falsche Richtung fahrend. Der mickrige Stadtplan gab auch nichts Rechtes her, deshalb musste das Gefühl uns leiten. Also zuerst einmal die Richtung ändern. Wer oft genug ums Karré fährt, dessen Kühlerhaube zeigt auch irgendwann mal wieder nach Osten. " Da war ein Schild >Zoo<." Ja, Zoo ist gut, Olympiahafen ist noch besser. Flughafen wäre auch schon ein Fortschritt, aber hier darf man wieder nicht links abbiegen. Also noch einmal ums Viertel, -ups- das wird aber eng, gut dass wir ein schmales Auto haben.
„Franz das kann nun aber gar nicht stimmen, wir sind hier in der Fußgängerzone, hier fahren nur noch Taxen“.
Ja, also dann auf gleichem Wege zurück. Ja prima, jetzt kann ich auch rechts auf die Avenida einbiegen. Sieh da, das Kolumbusdenkmal, wir sind auf der richtigen Fährte, jetzt nur noch das Olympiazentrum finden, ja hier rechts abbiegen, geschafft.
Was ist das denn, es geht gar nicht den Berg hinauf sondern wir sind auf der Autobahn stadtauswärts gelandet, usw. usw.

Um 15:30 steht das Womo am Straßenrand vor dem Olympia-Schwimmzentrum auf dem Berg MONTJUICE mit

Barcelona, Blick vom Olympiazentrum
Blick auf die Stadt.

Mein Hemd ist klatschnass, ausziehen, waschen, umziehen und nun?
Wir parken etwas näher an der Innenstadt und marschieren runter in die City. Die berühmte La Rambla wird zuerst bestaunt,

Obsthändler an der La Rambla

Obst- Süßigkeiten- Blumen- Vogelhändler und Gaukler aller Art in der Mitte der Flaniermeile. Links und rechts je eine Fahrspur pro Richtung, dann die Bürgersteige mit den Geschäften.

Geschäft an der La Rambla

Hier in der Nähe ist auch die Placa Sant Jaume mit dem Palast der Generalität und dem Rathaus, darin ist die Touristinformation. Also hin und nach einem stadtnahen Campingplatz mit ÖNV-Anbindung gefragt.
Wir trauen unseren Augen nicht, als wir den Platz erreichen, der Rathausplatz ist genau der, welcher heute schon mal unfreiwillig von uns beehrt wurde als wir in die Fußgängerzone fuhren.

So, genug Rambla "konservativ", es ist noch Zeit für die Rambla de Mar, wir brauchen uns nur dem Wasser zuwenden und kommen,
 Barcelona Kolumbussäule
am alten Kolumbus auf seiner Säule vorbei,

Barcelona Maremagnum
in die supermoderne Shoppingmeile, 

erbaut anlässlich der Olympischen Spiele 1992, im und über dem Barcelona, Alter Hafen
alten Hafen. 

Hier wurde nicht gekleckert, hier wurde geklotzt!
Bleibt noch zu erwähnen, dass die ersten Campingplätze 15 bis 20 Kilometer vor der Stadt liegen. Also werden wir hier übernachten, in der Nähe des Olympiazentrums, und morgen während der Stadtbesichtigung hoffen, dass die Langfinger eben diese von unserem Fahrzeug lassen.

 

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BARCELONA

9.Tag
Von den verschiedenen Möglichkeiten BARCELONA zu erkunden, haben wir uns für ein Tagesticket der Firma „Barcelona Bus Touristic“ entschieden. Es kostet 16 Euro p. P. und die Busse fahren in zwei Linien, der roten und der blauen mit Umsteigemöglichkeiten, endlos durch das Stadtgebiet. Sie bedienen dabei mit 32 Haltestellen alle wichtigen Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es kann beliebig oft aus und zugestiegen werden, um die Attraktionen näher in Augenschein zu nehmen.

Wir machten es uns auf dem Oberdeck des Doppelstockbusses ohne Dach 

Logenplatz im Bus

hinter der Windschutzscheibe
bequem und wollten uns mal so auf die Schnelle über die zwei Fahrtrouten kutschieren lassen, dann eine Mittagspause einlegen, und für den Nachmittag gezielt uns interessierende Punkte noch einmal anfahren. 

Das war die Theorie. Nachdem zwei Stunden später gerade mal der Umsteigepunkt in die Rote Linie erreicht wurde, war mir klar, es hätte gern das Zweitage- oder gar Dreitageticket sein dürfen.

Alle Unterhaltungs- Kultur- und Sportstätten, Brunnen, 

Jugendstil-Gebäude

Gebäude

Gaudi, Casa Battlo

(unter ihnen die Casa Battlo 

Gaudi, Casa Mila

und die Casa Mila), 

Parks, Gartenanlagen, Theater, Museen, Kirchen und den Zoo zu sehen, würde auch dann noch unmöglich sein.
Nach vier Stunden, als die rote Linie wieder auf die blaue traf, beschlossen wir, die Pause ausfallen zu lassen um gleich anschließend zum Lebenswerk Gaudis, der

Sagrada Familia

SAGRADA FAMILIA,
zu fahren und uns die weltweit einzige im Bau befindliche Kathedrale anzuschauen. 

Einige von Gaudi in seinem unverwechselbaren Stil entworfene Häuser hatten wir schon in der Innenstadt gesehen, was aber hier, nur durch Spenden und Eintrittsgelder finanziert, in den Himmel wächst, sprengt alle Dimensionen.

Gaudi, einer der ersten in Katalanien ausgebildeten Architekten, hat in seinen reiferen Jahren sehr eingehend die 

Studien der Pflanzenwelt

Natur und Pflanzenwelt studiert  und seine Erkenntnisse in

Sagrada Familia, Baustruktur

Baustrukturen einfließen lassen.                           (Modell)
Gleichzeitig hat er ein eigenwilliges Statikkonzept weiterentwickelt, das ihm aus seiner Studienzeit als Kettenstatik (Parabelkurven) bei der Konstruktion von Kettenhängebrücken bekannt war. All das, wurde mit typischen, katalanischen Elementen, wie der Keramikkuppel und den grell bunten, glasierten Steinen kombiniert. Mir war Gaudi jedenfalls eher ein Begriff in Verbindung mit bunter Zuckerbäckerarchitektur. Wie muss ich ihm Abbitte tun!

Ich kann das gar nicht in Worte fassen, was man fühlt wenn man an einer Fassade des Tempels emporblickt. Er ist so vollkommen anders als alle bisher gesehenen Gotteshäuser. Dabei sind gerade mal ein Drittel des Gesamtwerkes nach über hundert Jahren Bauzeit fertig. Vor seinem Tod 1926, veranschlagte er selbst noch ca. 200 Jahre Bauzeit.

Sagrada Familia, Mittelschiff

Als wir in das Mittelschiff traten, lief eine Gänsehaut über meinen Rücken, ebenfalls bei Brigitte, wie sie mir sagte, obwohl der ganze Innenraum eingerüstet und das Dach noch nicht geschlossen ist.
Mich überkam das gleiche Gefühl wie im Regenwald auf der Olympic Halbinsel vor Seattle, als ich zwischen den mächtigen Mammutbäumen stand und zum 50 Meter hohen Dach des Waldes aufschaute. Damals dachte ich, wie in einer Kathedrale und hier denke ich, wie zwischen Gottes Baumgeschöpfen, und diesen Effekt hat Gaudi sicherlich so beabsichtigt. 

Anschließend habe ich noch zwei Türme der Passionsfassade erstiegen. Sie sind so filigran wie Rohrkolben gebaut. Durch die offene Struktur bieten sich vielfältige Ausblicke auf die Stadt, 

Türme

die anderen Türme  

Baustelle auf dem Dach

und die Baustelle auf dem Dach.

Die ganze Zeit musste ich an meinen Bruder Karl denken, der hätte bei Dalis abgedrehten Fantasien schon seine helle Freude gehabt, aber dieses Bauwerk zu sehen und erfühlen hätte ihn sicher auch ergriffen. Nach zehn Stunden Besichtigungstour wankten wir schließlich hungrig wie Wölfe auf unser Zuhause auf Rädern zu. Schnell wieder zum schon bekannten Nachtplatz, essen, und dann relaxen.

 

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Zum Ebro

Route Barcelona-Deltebre
Routenverlauf

10. Tag 
Das Wetter hat sich verändert, es ist dicht bewölkt. Gut, dass unsere Besichtigungstour schon gestern stattgefunden hat.
Wie am ersten Tag in BARCELONA, so entließ uns die Stadt nicht ohne Umwege. Aber dann waren wir auf Strecke und die wollen wir heute auch machen. Stopps sind nicht eingeplant, dafür ein frühes Tagesziel um sich ausruhen und schreiben zu können.

Am frühen Nachmittag erreichen wir, über kilometerlange Wirtschaftswege zwischen trocken gefallenen Reisfeldern, den PLTJA DE LA MARQUESA im nördlichen EBRO-Delta.
Im Laufe des Tages fällt immer öfter Regen, erst wenig aber seit dem Spätnachmittag hat es sich eingeregnet. War nix mit in der Sonne liegen. Einen kurzen Strandspaziergang hier an der COSTA DAURADA, der „Goldenen Küste“, haben wir aber noch hingekriegt.


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