Kaiser´s Reiselogbuch


Australien

Victoria, von nun an wieder nordwärts.

Karte Australien-Victoria

Victoria

Karfreitag 14. 04.

Der Tag beginnt wolkenlos. Schon früh bin ich mit dem Fotoapparat unterwegs um am Strand Aufnahmen zu machen. Als ich über das Felsenkap wieder in unsere Bucht zurückkehre, sehe ich Ingo am Strand und Ramona in den Wellen. Das Mädchen ist wirklich eine Wasserratte und scheut auch die Kälte nicht.

Morgenbad bei Durras

Für den heutigen Tag ist wieder eine größere Fahrstrecke vorgesehen. Einen ersten Stopp legen wir in „Central Tilba“ ein. Es ist ein so genannter Siedlerort und besteht vorwiegend aus alten, sorgfältig restaurierten Holzhäusern und die Bewohner machen aus ihrem Museumsdorf eine Touristenattraktion, indem sie natürliche und handgemachte Produkte vermarkten. Die alte Molkerei verkauft selbst gemachten Käse, Honig und Süßwaren. Drechsler verkaufen Holzprodukte. Alternative bieten selbstgewebte Stoffe, Tee und Kräuter feil. Galerien bieten Gemälde an und so findet sich in jedem Haus etwas zum Kaufen.

Weiter in Richtung Orbost verändert sich die Landschaft. Das Gebiet wird trockener und die Weideflächen karger. Immer mehr Schafe weiden auf den graubraunen, welligen Flächen. Vereinzelt tragen Laubbäume eine rotgoldene Herbstfärbung.

Der Himmel trübt sich ein und einzelne Schauer gehen nieder. Das Land kann den Regen jetzt im australischen Herbst gut gebrauchen obwohl die zahlreichen Flüsschen und Seen noch nicht ausgetrocknet sind.

In „Lakes Entrance“ haben wir die Küste wieder erreicht. Wie der Name schon sagt, bildet eine Lücke in der Dünenkette eine Öffnung zum Meer und ist der „Eingang zu den Seen“. Bis Sale erstreckt sich die „Gipsland Lakes“ genannte Seenplatte, die, von den Flüssen aus den Bergen gespeist, nur durch einen schmalen Dünengürtel vom Meer getrennt ist. Vom „Jemmies Point“, einem Outlook westlich der Stadt, schauen wir in der hereinbrechenden Dämmerung auf die 400 qkm große Wasserlandschaft. Große und kleine Fischerboote versuchen es Petrus gleichzutun und eine reiche Fischernte einzuholen.

Lakes Entrance

In Bairnsdale sind alle Campingplätze belegt, sodass ein Rastplatz an der „A1“ uns für diese Nacht aufnimmt. Das WOMO steht abgeschirmt hinter Bäumen in Sichtweite zum beleuchteten Toilettenhäuschen. Der einsetzende Dauerregen trommelt auf das Dach und uns in den Schlaf.

Samstag 15. 04.

Der Wecker klingelt um sechs, weil es aber noch dunkel ist drehen wir uns nur auf die andere Seite. Eine halbe Stunde später stehe ich auf. Es ist sehr kalt geworden und alle freuen sich auf den heißen Tee und Kaffee.

In Sale kaufen wir ein und tanken Diesel und Wasser. Inzwischen haben wir wieder einen Gewindeanschluss für den Wasserschlauch.

In der dortigen Tourist-Info wollen wir das Maut-Ticket für die Autobahn „M1“ in Melbourne kaufen. Wir werden wieder zu der Tankstelle zurückgeschickt wo wir soeben getankt haben. Dort steht ein Automat über den das Ticket zu erwerben ist. Es erspart uns zeit- und nervenaufreibendes Fahren auf verstopften Straßen wie in Sydney. In kurzer Zeit durchqueren wir die Stadt und den Hafen via Autobahn und einer überdimensionalen „Köhlbrandbrücke“ die den Hafen in großer Höhe überspannt.

Noch einige Fotos von der Skyline Melbournes aus dem rollenden WOMO geschossen, dann geht es in den nächsten zwei Stunden über Geelong zur Surfer-Hauptstadt Torquay am Beginn der „Great Ocean Route“. Diese wird mit zu den schönsten Küstenstraßen der Welt gezählt.

Melbourne-Skyline

Der südaustralische Herbst beschert uns heute ein wahres Aprilwetter. Starker Wind schiebt immer wieder Schauerwolken vom Meer über die Küste, die sich hier von Zeit zu Zeit erleichtern.

Surfstrand bei Torquay

Zwischendurch schauen wir den Surfern zu, die auf den heranrollenden Wellen ihre Ritte vorführen oder es zumindest versuchen. Ganze Heerscharen von ihnen, in schwarzen Neoprenanzügen, bevölkern die Buchten. Während dieses Wochenendes werden hier offizielle Surfmeisterschaften ausgetragen, entsprechend viele Aktive und Zuschauer sorgen für Verkehr und Parkplatzmangel.

Noch mehrmals wird ein Parkplatz angefahren, von dem aus ein schöner Ausblick oder ein Strandspaziergang möglich ist wie bei „Split Point Lightstation“, einem Leuchtturm beim „Aireys Inlet“.

Später wird die Küste verlassen um in den Bergen einen Übernachtungsplatz zu suchen.

Wir werden fündig auf einem Parkplatz mit Picnic-Area, kurz vor den „Erstine Falls“. Weitere drei Fahrzeugbesatzungen übernachten hier.

Wir hoffen, dass morgen für den weiteren Verlauf der „Great-Ocean-Road“ das Wetter mitspielt. Zumindest wir haben unser Möglichstes getan und alle Teller leer gegessen.

Ostersonntag 16.04.06

Der Himmel ist immer noch grau in grau. Schade, denn wir fahren heute weiter auf einer der schönsten Küstenstraßen der Welt. Vorher geht es aber noch ein kleines Stück höher in die Berge zu den „Erstine Falls“.

Erstine Fall

Über viele Stufen führt ein Steig hinunter zum Fuß des Falles der im Augenblick wenig Wasser führt. Eukalypten und Farne begrünen diese enge Schlucht.

Der nächste Stopp ist beim „Teddy-Outlook“, einem Felsenkap an der Küste oberhalb der Great Ocean Road. Der Name ist Programm, denn in den Eukalyptusbäumen die das Kap bedecken leben etliche Koalas. Auf dem Weg zum Aussichtspunkt, dem Outlook“ sollte man Ausschau halten nach den putzigen Gesellen. Wir haben zwei Exemplare gesehen.

Zwischen Lorne und Apollo Bay rücken die Berge der Otway Range direkt bis ans Meer heran. Die Küstenstraße wurde im Rahmen einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme nach dem Ersten Weltkrieg von heimkehrenden Soldaten in die Felshänge geschlagen. Teilweise erinnert sie uns an den Highway No.1 in Kalifornien. Leider ist der Himmel total bedeckt, deshalb kommen die Farben nicht voll zur Geltung und das mindert doch ein wenig den Gesamteindruck.

Great Ocean Road

Die Unterkünfte und Campingplätze sind alle belegt und trotz kühlem Wetter flanieren viele Touristen in dicker Kleidung über die Strände. Bei einem besonders schönen Abschnitt wird eine Pause für einen Strandspaziergang eingelegt und wir flanieren mit.

Etwas später führt die Straße von der Küste weg ins Landesinnere.

Im Otway National Park biegen wir zum „Cape Otway“ ab. Der Leuchtturm ist unser südlichster Punkt auf dem Australischen Kontinent. Von hier aus geht es wieder in nördliche Richtung, nicht ohne uns vorher noch von einem netten Australier zusammen mit der Straßenkarte fotografieren zu lassen.

Cape Otway

Am Nachmittag erreichen wir die „Gibsons Steps“ wo wir über Felsentreppen an den Strand gelangen. Etwas später zeigt ein Schild die so genannten „Zwölf Apostel“ an. Das sind Sandsteinnadeln die dem Anbranden des Meeres länger standgehalten haben als die übrige Steilküste. Sie stehen jetzt wie Säulen in der Brandung bis auch sie zerschlagen sind. Es sind auch keine zwölf mehr, zwei von ihnen verloren den Kampf mit den peitschenden Wellen im Sommer 2005 und stürzten zusammen.

Noch mehrfach werden Parkplätze angesteuert um die Steilküste mit ihren Sehenswürdigkeiten zu betrachten. Endlich lockert auch die Wolkendecke auf und beschert uns stimmungsvolle Blicke auf:

"The Twelve Apostles"

„Loch Ard Gorge“

The Arch
„The Arch“

London Bridge
„London Bridge“, sie hatte ursprünglich zwei Bögen und war mit dem Festland verbunden bis 1990 der Verbindungsbogen ohne Vorwarnung einstürzte. Glücklicherweise wurde niemand verletzt und die auf dem meerseitigen Bogen „gefangenen“ Touristen wurden von einem Hubschrauber abgeborgen.

Auch die Great-Ocean-Road endet einmal, und auf der Weiterfahrt suchen wir einen Stellplatz für die Nacht. Hinter einem Einkaufsmarkt bei Warnambool werden wir fündig.


1. Flug & Cairns     2. Queensland    3. New South Wales   weiter >>    5. South Australia    
6. Northern Territory  

 

Top


Was Sie noch interessieren könnte: Themen-Links  und  Inhaltsverzeichnis

Valid XHTML 1.0 Strict


Impressum  Kontakt  Inhaltsverzeichnis/sitemap  Haftungsausschluss/disclaimer 

© Alle Rechte bei: Franz J. Kaiser, Delbrück    URL: http://www.f-j-kaiser.de