Kaiser´s Reiselogbuch


Australien

Im Zentrum und Norden

Karte Australien-Victoria

Northern Territory

Donnerstag 20.04.06

Heute Nacht hat die Maus unser Brot entdeckt und unbrauchbar gemacht. Bei der Ersatzbeschaffung werden gleich zwei Mausefallen mitgekauft. So Mäuschen, jetzt hüte dich.

Nachdem der Dieseltank bis zum Rand gefüllt ist, nehmen wir wieder den fast schnurgeraden Stuart Highway unter die Räder. Ingo achtete einmal auf die Zeit bis zur nächsten Kurve, es waren 28 Minuten. Das entspricht nach der durchschnittlichen Reisegeschwindigkeit etwa 50 Kilometern. Dann kommt in der Regel eine 10-Grad-Kurve, bis nach weiteren 20 bis 30 Kilometern die nächste Kurve in die andere Richtung zeigt. Es ändert sich nur wenn Hügel oder Täler eine andere Streckenführung erzwingen.

Stunde um Stunde vergehen, wir haben inzwischen den Stuart verlassen und sind auf den Lasseter Hwy abgebogen. Viele überfahrene Tiere säumen den Weg, aber an lebendem Wild haben wir heute nur ein Emu-Paar (die australischen Straußenvögel) und ein wildes Kamel gesehen. 

Wildes Kamel

Dann taucht am Horizont ein Tafelberg aus der Ebene auf. Es ist aber nicht der Uluru (früher Ayers Rock genannt) sondern der Mount Conner. Sehr weit kann es aber nicht mehr sein, und dann sehen wir den roten Monolith, den Uluru, das Herz des roten Zentrums.

Wir wollen den heutigen Sonnenuntergang am Uluru erleben und sind etwas in Eile weil es schon spät ist. Trotzdem checken wir vorher noch beim Ayers Rock Ressort ein, denn wenn wir wiederkommen ist es dunkel.

Hart an der Höchstgeschwindigkeit erreichen wir den Nationalpark-Eingang. Nur eine Kasse hat geöffnet. Nach Kauf der Eintrittskarten geht es so schnell wie möglich zum „sunset viewing“. Geschafft, wir bringen uns alle in Schussposition für unsere Kameras und das Schauspiel beginnt.

Uluru (ehemals Ayers Rock)

Der Felsen scheint von innen her aufzuglühen, um dann von der Basis nach oben erst lila und dann grau zu werden. In langer Autokolonne geht es in die Nacht, zurück zum Ressort.

Freitag 21.04.06

Heute klingelt der Wecker noch früher als sonst und gefrühstückt wird auch nicht, trotzdem kommen wir fast zu spät zum „sunrise viewing“ weil dieser noch einige Kilometer weiter entfernt ist. Wegen der halbstündigen Zeitverschiebung ist der Sonnenaufgang um 07:06 Uhr Ortszeit. Wir sehen den Uluru aufglühen, haben aber noch keinen guten Kamerastandplatz weil von den vielen Menschen immer etwas mit auf dem Bild ist. Bis ich einen akzeptablen Standort habe glüht der Felsen schon hellrot. Es war trotzdem ein tolles Schauspiel. Ich hätte nicht gedacht, dass die Farben morgens noch kräftiger sein würden als am Abend.

Uluru bei Sonnenaufgang

Anschließend frühstücken wir im Angesicht des 348 Meter aufragenden Felsens. Im Anschluss besuchen wir das Kulturzentrum der Aboriginals um uns zu informieren und einzustimmen.

Für die hier lebenden Eingeborenen hat der Uluru eine ähnliche Bedeutung wie für uns das Alte Testament in dem es heißt: Am Anfang war die Welt wüst und leer...

Bei den Aboriginals heißt es: Am Anfang war die Welt wüst und leer. Da kamen vom Norden, vom Süden, vom Osten und vom Westen die heiligen Tiere auf den Traumpfaden zum Uluru und schufen dabei das Licht, die Dunkelheit, das Land mit allen Pflanzen und Lebewesen und das Wasser. Unter den Tieren waren aber auch bösartige und so kam die Schlechtigkeit auf die Welt. Die Spuren der Tiere sind im Uluru verewigt. Deshalb mögen es auch die Einheimischen nicht, wenn Menschen auf ihrem Heiligtum herumlaufen.

Narben im Uluru

Später stellen wir das WOMO auf dem „Kuniya Carpark“ ab, um den Uluru zu Fuß zu umrunden. Vorher will ich aber noch einmal die Mausefallen präparieren. In der letzten Nacht hat der Nager zweimal das Nougatbrot aus den Fallen gefressen ohne sie auszulösen. Ich bearbeite die Fallen bis sie bei der geringsten Berührung zuschnappen. Alle verlassen das Mobil, ich setze noch einmal Köder ein, schleiche auf Zehenspitzen aus dem Auto und schließe gaaanz vorsichtig die Tür. 

Für die nächsten drei Stunden sind wir auf dem 9,5 Kilometer langen Rundweg unterwegs. Mit unseren Fliegengitter-Hüten kommen wir uns etwas komisch vor, aber wenigstens krabbeln uns die Fliegenscharen nicht in Nasen und Ohren. Sie stechen und beißen nicht, versuchen aber Feuchtigkeit von den Schleimhäuten aufzunehmen. Anfangs werden wir belächelt, später aber sicher beneidet. Nach und nach tragen immer mehr Wanderer Moskitonetze.

Die höher steigende Sonne gibt dem Uluru immer wieder ein anderes Gesicht mit Farben und Schatten in seinen Spalten und Schründen. Erstaunlich ist auch, dass sich am Fuß des Felsens Wasser sammelt das nachts auf dem Fels kondensiert und herabläuft. Wasser bedeutet hier Leben.

Wasser vom Uluru

Bei unserer Rückkehr hatten wir Jagdglück und sind das Mäuseproblem los. Ich werfe sie zwischen die Spinifex-Grasbüschel und die Ameisen übernehmen die Entsorgung. Nach 10 Minuten sieht man keine Maus mehr sondern nur noch ein schwarzes Ameisenknäuel.

Wir fahren weiter zu den Kata Tjuta (ehemals Olgas), einer Felsformation aus verschiedenen roten Felskuppeln. Sie erheben sich noch höher aus der Ebene als der Uluru. Der größte Unterschied besteht allerdings in dem verschiedenen Material des Uluru und der Kata Tjuta. Letztere bestehen aus einem Konglomerat aus unterschiedlich großen Steinen. Es sieht aus wie grober roter Beton.

Der erste Stopp ist beim „Kata Tjuta dune viewing area“, einem Parkplatz mit 600 Meter Dünenweg zu einer Aussichtsplattform. Der zweite beim Parkplatz des „Walpa Gorge Walk.“ Der Wanderweg führt in die „Wind-Schlucht“ über Fels und Steinbrocken entlang eines kleinen Bächleins. Wieder umschwirren uns Fliegenwolken.

Brigitte sagt später: „Die Kata Tjuta sind eine Felsformation wie man sie ähnlich öfter auf der Welt sehen kann, der Uluru steht aber für sich allein, weniger ist in diesem Falle mehr. Er sieht richtig erhaben aus, einem Heiligtum sehr würdig.“

Vollgetankt verlassen wir um 17:15 Uhr den Uluru-Nationalpark. Bis zum Sonnenuntergang wollen wir noch etwas Strecke hinter uns bringen. Nach hundert Kilometern erreichen wir einen Parkplatz und erleben einen tollen Sonnenuntergang.

Samstag 22.04.06

Unser heutiges Tagesziel ist Alice Springs. Wir sehen unser erstes Riesenkänguruh in freier Wildbahn. Ich kann einige Fotos des springenden Tieres schießen. Später, ungefähr 80 Kilometer vor Alice Springs kommen wir an einer Kamel-Farm vorbei und fahren kurzer Hand auf den Hof.

Nach ihrer Erfahrung in Ägypten weigert sich Brigitte strikt wieder so ein Tier zu besteigen. Ramona, Ingo und ich buchen einen geführten Kamelritt. Ingo hat Glück mit seinem Kamel „Blacky“ bzw. hat eine natürliche Autorität, jedenfalls gehorcht es ihm. Meine „Morna“ lässt sich nicht antreiben und bald klafft eine große Lücke zwischen den anderen und uns beiden. Am meisten hat aber Ramon mit ihrer „Goldy“ zu kämpfen. Als das Tier merkt, dass es für seine Unarten von Ramona keine Sanktionen zu erwarten hat, sondert es sich ab und marschiert mit seiner tobenden Reiterin auf dem Rücken seelenruhig in die Büsche um diese abzuweiden. Als wir stehen bleiben, weil der Führer Goldy wieder zur Raison bringen muss, zieht mein Tier auch in die Büsche und ist nicht mehr zu kontrollieren. Erst als Ramona ihr Kamel mit dem des Führers tauscht, geht es weiter.

Kamele auf Kamelen?

In Alice Springs wird zuerst die Tourist-Information aufgesucht. Mit Infomaterial versorgt, suchen wir dann den „Flying Doctor Service“ auf. Seit Ramona in ihrer Kindheit die Fernsehserie gesehen hat gehört diese Organisation untrennbar zu ihrem Bild von Australien. Für uns wird extra ein deutschsprachiger Videofilm eingelegt, was sehr zum Verständnis beiträgt. Die anschließende Führung können wir deshalb gut verstehen.

Etwas außerhalb der heutigen Stadt, auf dem Telegraph Hill liegt die Keimzelle des Ortes, die „Telegraph Station“. Heute leben hier 27 000 Einwohner und die Stadt ist unbestritten die Hauptstadt des roten Herzens und zweitgrößte Stadt des „Northern Territory“. Sie ist eine moderne Outback-Stadt mit allen Annehmlichkeiten für Besucher und von diesen lebt sie auch vorwiegend. Mehrmals im Monat wird hier ein Event veranstaltet. Von Golfveranstaltungen über Pferde- und Kamelrennen bis zum Wüstenkarneval lässt man sich Aktivitäten einfallen, die Besucher anlocken.

Als um das Jahr 1870 die Overland Telegraph Linie durch das Zentrum des Kontinents gebaut wurde, um die Nordküste mit dem Süden kommunikativ zu verbinden und den Bau der zentralen Eisenbahnlinie vorzubereiten, entdeckten die Trassensucher ein Wasserloch an dieser Stelle. Unmittelbar daneben wurde die Station gebaut und war für lange Zeit das einzig bewohnte Anwesen der Gegend. Außer ihnen lebten hier in der Gegend die Ureinwohner vom Stamm der Aranda als Nomaden.

Erst mit dem Eisenbahnbau im Jahre 1929 wuchs der Ort Stuart, wie er ehemals hieß. Im Jahre 1933 war die Einwohnerzahl auf 200 angewachsen und der Ort bekam seinen heutigen Namen Alice Springs. Seit wenigen Jahren erst führt die Eisenbahnstrecke „The Ghan“ über Alice Springs hinaus bis Darwin an der Nordküste.

Die einstige Telegrafenstation ist heute ein Freilichtmuseum, von dem aus die Besucher Telegramme in alle Welt schicken können. Ein toller Gag. Pensionierte Telegrafenmitarbeiter sitzen an altertümlichen Morsegeräten und tickern die Meldungen nach Adelaide. Von dort geht es wahrscheinlich hochmodern und digital weiter.

Telegraf in Allice Springs

In der Innenstadt wird anschließend eingekauft und ein Eis geschleckt, bevor wir auf dem Campingplatz Holiday Park einchecken.

Sonntag 23.04.06

Heute stehen wir etwas später auf, das heißt um 7:00 Uhr. Nachdem alle vom Duschen zurück sind, wird draußen vor dem Mobil gefrühstückt. Allerdings nicht zu viel, denn ein Campingplatz-Service lautet: Sonntagmorgens von 8:30 bis 9:30 für alle Gäste Pfannkuchen und Kaffee gratis. Teller, Besteck und Stühle sind mitzubringen.

Da sind wir natürlich dabei. Nach langem Anstehen hat jeder einen großen Pfannkuchen auf dem Teller und die Qual der Wahl zwischen den verschiedenen Belägen. Marmeladen, Sirup in etlichen Variationen, Zucker und Nougatcreme stehen zur Auswahl. Lecker, lecker. Nur der Kaffee entpuppt sich als unser guter alter Ersatzkaffee aus geröstetem Getreide und Zichorie.

Erst spät (10:20) nehmen wir wieder den Highway unter die Räder, nach Tennant Creek soll es heute gehen. Etwa 550 Kilometer liegen vor uns. Nach 400 Kilometern kommen wir in die Barkly Region und zu den „ Devils Marbles“ den Teufelsmurmeln. Sie sind eine Ansammlung von riesigen Granitkugeln, die ihrerseits auf runden Felsen ruhen. Erstaunlich wie Hitze und Kälte von dem harten Granit immer die exponierten Teile wegsprengen bis schließlich Kugeln entstanden sind. manchmal brechen diese mittendurch und in einigen Millionen Jahren sind wahrscheinlich zwei kleine Kugeln übrig.

Devils Marbles

Wie immer, führt uns der erste Weg auch in Tennant Creek zur Tourist-Information. Die Besichtigung der alten Goldminen ist heute nicht mehr möglich, wir sind zu spät angekommen. Vor der Tür treffen wir einen deutschen Alleinreisenden der uns von schweren Überschwemmungen im Norden und einer Zyklonwarnung im Rundfunk erzählt. Das sind ja keine guten Nachrichten.

Ein Abstecher zum „Mary Ann Dam“, ein irdener Staudamm des Tennant mit einem kleinen See, zeigt uns, dass hier ein übernachten mit dem WOMO nicht erlaubt ist.

Zurück in der Stadt, fahren wir den „Outback Caravan Park“ an. Die Anlage ist toll angelegt, aber nicht gepflegt. Die Plätze sind mit Randsteinen eingefasst doch mit abgestorbenen Blättern vollkommen zugeweht, egal. Die Toiletten sind einfach aber sauber. Eine Nachfrage an der Rezeption bestätigt die Wettervorhersage.

Seit der Abfahrt aus Coober Pedy war der Himmel wolkenlos, die Temperaturen tagsüber zwischen 25 und 30 Grad und immer windig. Der Wind hat sich in den letzten beiden Tagen verstärkt und jetzt ziehen Schleierwolken auf. Das könnte auch auf den Tiefdruckwirbel an der Nordostküste zurückzuführen sein. Wir sollen morgen noch einmal wegen dem Wetterbericht nachfragen.

Während Ingo und ich auf den obligatorischen Gasgrills unsere Steaks grillen wird es stockdunkel. Ohne Taschenlampe würden wir sicher alles verbrennen lassen. Für 5 $ wird heute Abend auch ein „ Bushtucker“ (Busch-Essen) angeboten, das sind u.a. geröstete Maden und ähnliches. Ich möchte das eigentlich probieren, aber die restliche Familie protestiert. Ich lasse es dann sein, auch wegen der Kakerlaken die hier im Dunkel herumschwirren und uns ins Mobil vertreiben.

Montag 24.04.06

Der Zyklon Monica nimmt Kurs auf Darwin, unseren Rückflug-Ort. Ramona will sich mit der Fluggesellschaft Quantas in Verbindung setzen um eventuell Alice Springs als Ausweichflughafen zu vereinbaren. Dazu suchen wir eine Telefonzelle. Erst die dritte ist in Ordnung. Das ist typisch für diese Stadt in der alles etwas heruntergekommen und schlampig wirkt.

Bei Quantas sieht man die Situation gelassen. Es sei noch viel zu früh für Umbuchungen außer wir möchten von uns aus umbuchen, dann aber kostenpflichtig. Wir denken gar nicht daran, wollen ja nur ein Angebot machen. Wenn wir jetzt weiterfahren und sich die Situation verschlimmert, hat Quantas ein Problem. Allerdings versichert man Ramona, dass man uns irgendwie nach Hause schaffen wird.

Nach dem Tanken geht es weiter nordwärts Richtung Katherine. Unterwegs liegen wieder Reste vieler Tierkadaver an der Straße. Insgesamt waren es bisher etwa 80 Känguruhs, 15 Rinder, 2 Pferde und ein Kamel.

An einer Stelle sind vor kurzer Zeit, wahrscheinlich letzte Nacht, sieben Rinder überfahren worden. Vier liegen links und drei rechts im Straßengraben. Wenn die Tiere nachts im Scheinwerferkegel auftauchen ist es für die Road Trains zum Anhalten zu spät. Der Anhalteweg ist viel zu lang. Ich bezweifle zudem, dass die Fahrer eine Vollbremsung versuchen, denn die meisten haben Lebendvieh geladen und dabei gäbe es viele verletzte und tote Tiere auf den Anhängern. Es ist auch nicht auszuschließen, dass einer oder mehrere Anhänger ausbrechen und umstürzen würden. Deshalb wird weitergefahren und die dicken Kuhfänger vor der Kühlerhaube und Fanggitter vor der Windschutzscheibe schützen Fahrzeug und Fahrer.

Der Himmel bezieht sich immer mehr und die Natur um uns wird immer grüner. Trotzdem sehen wir heute fünf bis sechs Buschfeuer. Einige direkt an der Straße. Etwas später das direkte Gegenteil, das Buschland steht teilweise unter Wasser.

Buschfeuer

Der Wind wird schwächer und am Nachmittag fällt ein kurzer Regenschauer. Bald biegen wir vom Stuart Hwy ab um in Mataranka in einer Thermalquelle zu baden, ohne aber Abkühlung zu erhalten. Es ist inzwischen tropisch schwül. Der kurze Thermalfluss mündet schon nach 100 Metern in einen großen Fluss, in dem es Krokodile geben soll. In dem Thermalwasser sei aber keine Gefahr sagen die aufgestellten Schilder. Ein mulmiges Gefühl bleibt doch und wir halten uns nur im Badebereich auf.

Thermalfluss

Eigentlich wollten wir auf dem angeschlossenen Campingplatz übernachten, doch ungepflegte Plätze und dafür noch 41 $ sind uns zu teuer. Zurück auf dem Highway kommt nach 50 Kilometern ein Rastplatz. Hier stehen wir in Gesellschaft. Drei andere Camper übernachten auch hier.

Die Nacht bringt keine Abkühlung.

Dienstag 25.04.06

Eine heiße, unruhige Nacht liegt hinter uns. Ich bin vollkommen verschwitzt. Hier, abseits der Orte, gibt es keinen Radioempfang, deshalb kann man die Wetterentwicklung nicht verfolgen. Wir fahren erst einmal weiter, und zwar zu den „Cutta Cutta“ Höhlen.

Bei der ersten Führung um 9:30 Uhr sind wir dabei. Insgesamt acht Personen werden von der Rangerin durch die unterirdische Höhle geführt. Sie hat sich im Karstgestein gebildet und wir sehen schöne Stalagtiten und Stalagmiten, auch Fledermäuse und eine Schlange. Im hinteren Höhlenteil herrscht immer eine Temperatur von 24 Grad Celsius. Nach einer Stunde steigen wir wieder ins Tageslicht auf.

In Katherine führt der erste Weg wie immer zur Info. Dort erfahren wir, dass der Zyklon Monica gestern über den „Kakadu National Park“ hinweggezogen ist und am Abend Darwin getroffen hat.

Ab Pine Creek ist die Straße gesperrt. Die Polizei schickt alle Fahrzeuge zurück. Die Touristen aus dem Kakadu NP werden nach Katherine evakuiert.

Bevor alles voll ist sollten wir uns einen Campingplatz suchen. Es regnet ohne Unterlass und die Flüsse sind auch hier über die Ufer getreten. Überall sind Sturmschäden zu sehen. Auf dem Weg zum ersten Campingplatz müssen wir über eine Brücke die gänzlich im Wasser steht. Vor einer Stunde muss der Fluss noch die Fahrbahn überschwemmt haben. An den Bäumen erkennt man, dass der Wasserstand ca. drei Meter über dem jetzigen Niveau war.

Brücke

Der erste Platz ist verschlammt, der zweite wegen Sturmschäden geschlossen, erst auf dem dritten, dem „Riverview“ bekommen wir eine Stellplatz, es ist der zweitletzte. Die Vorstellung von Liegestuhlwetter unter tropischen Bäumen müssen wir zu den Akten legen, es hört nicht mehr auf zu regnen.

Der Rundfunk meldet später: Quantas fliegt ab heute Abend wieder und im Kakadu Nationalpark wird ab morgen aufgeräumt. Ab Donnerstag können wieder Besucher kommen.

Mittwoch 26.04.06

Wieder eine sehr schwüle Nacht, es tut gut zu duschen. Wir erkundigen uns bei der Info über die Straßenverhältnisse. Der Stuart Hwy ist wieder offen, nur noch ein kleines Stück vor Darwin ist nur einspurig passierbar. Die Hauptstraßen im Kakadu NP sind frei, aber alle Nebenstraßen gesperrt.

Über Pine Creek geht’s in den Kakadu NP. Die Vegetation ist sattgrün, tiefere Regionen sind überschwemmt. Das Wasser gurgelt um Bäume und durch Büsche. Unter den Brückenbögen sind nur wenige Zentimeter Luft bis zu den Fluten.

Landunter

Der Ausguck „Bukbukluk“ ist zu Fuß erreichbar und der Blick schweift über baumbestandene Hügel. Andere Wanderungen sind nicht möglich, weil alle Seitenwege gesperrt sind und das schwülheiße Wetter uns in kürzester Zeit aufweichen würde. Die Kleidung klebt schon jetzt am Körper.

Im „Bowali Visitor Centre“, einem Aboriginal Kultur Zentrum mit Aircondition, ist es endlich kühler. Auch hier hat der Zyklon seine Spuren hinterlassen und Bäume geknickt und entwurzelt. Die Gebäude sind verschont geblieben und wir können uns in Ruhe umschauen.

Wenige Kilometer weiter wird das „Gagudju Crocodile Holiday Inn“ mit angeschlossenem Campingplatz erreicht. Hier gibt es auch Strom für unsere Klimaanlage, was den Aufenthalt etwas erträglicher macht. Brigitte kommt vom Inspektionsgang wieder, erzählt von einem herrlichen Pool, schnappt sich die Badesachen und ist weg. Wir anderen sausen hinterher. Sie hat nicht übertrieben, eine wunderbare Poollandschaft mit Wasserfall wartet auf uns. Eine fröhliche Planscherei beginnt. Keine zwanzig Minuten später öffnet der Himmel seine Schleusen. Wir laufen zurück zum WOMO denn alle Dachluken sind geöffnet und die Stühle stehen im Regen.

Abends rauscht die Klimaanlage und alle haben ein Buch vor der Nase.

Donnertag 27.04.06

In der Nacht rauschte das Wasser vom Himmel auf das WOMO-Dach. Der Zyklon hat dazu beigetragen, dass die Regenzeit hier im Norden noch immer nicht zu Ende ist.

Die nächste Tourist-Information ist einige Kilometer nordöstlich in Jabiru, das ist der Hauptort im Kakadu-NP. Wir wollen wissen ob der Arnhem Highway, der direkt nach Darwin führt, passierbar ist, was wir uns bei diesen Regenmassen nicht vorstellen können. Leider bestätigt sich unsere Befürchtung. Die Brücke über den Alligator River steht eineinhalb Meter unter Wasser und ist unpassierbar. Für uns bedeutet es, dass wir ca. 200 Kilometer zurückfahren müssen bis nach Pine Creek zum Stuart Hw. Auf diesem geht es dann wieder nordwärts nach Darwin.

Aber vorher schauen wir uns noch einen Film an, über die Tierwelt im Kakadu NP im Ablauf eines Kalenderjahres. Dieses besteht hier im Wesentlichen aus der Trocken- und der Regenzeit. Den blauen Himmel und ausgetrocknete Wasserläufe in der Trockenzeit können wir uns im Moment gar nicht vorstellen. Der Film zeigt uns aber fantastische Landschaften und Tiere in beiden Jahreszeiten. Den Natur- und Tierfilmern gebührt ein uneingeschränktes Lob für diesen Streifen.

Auf der Rückfahrt aus dem Park hinaus geraten wir zweimal in solche Wolkenbrüche, dass die Scheibenwischer auch im Schnellgang keine Sicht mehr schaffen können.

Je näher wir Darwin kommen, um so dichter wird der Verkehr. In Howard Springs, etwa 25 Kilometer vor Darwin, fahren wir den „Howard Springs Holliday Park“ an und belegen einen Stellplatz.

Auch hier gibt es eine Poolanlage. Zwar ist sie nicht so groß wie die gestrige, aber trotzdem hochwillkommen. Während wir uns abkühlen rotiert die Wäsche in der Waschmaschine. Anschließend grillen wir und wollen draußen vor dem Wohnmobil essen, werden aber von den Moskitos nach innen hinter die Fliegengitter gejagt. Während das Geschirr abgespült wird kommt wieder ein heftiger Regenschauer. Wir rennen, um die Wäsche von der Leine zu bekommen. Brigitte sorgt sich darum wie wir die Kleidung trocknen können.

Freitag 28.04.06

Der heutige Tag war als Reservetag eingeplant falls widrige Umstände unseren Reiseplan durcheinander gebracht hätte. Wir nutzen ihn um Informationen zu sammeln und uns auszuruhen.

Erst fahren wir zum „Howard Springs Nature Park“, es ist ein Naherholungsgebiet um den ersten Trinkwasserteich für Darwin. Im II. Weltkrieg haben Pioniere eine Quelle in diesem Feuchtgebiet aufgestaut und eine Wasserleitung bis Darwin verlegt. Heute laden schattige Picknick- und Grillplätze zum Verweilen ein. In einem überdachten Pool kann man sich abkühlen oder den verschiedenen Fischen und Amphibien im Teich zuschauen. Hier wollen wir uns morgen aufhalten bis das Mobil zurückgegeben wird.

Fische

Beim Flughafen fragen wir, ob es die Möglichkeit gibt unser Gepäck zu deponieren. Leider nicht, deshalb wird später beschlossen, morgen einen Mietwagen für die Zeit zwischen WOMO-Rückgabe und Rückflug zu mieten.

Als nächstes wollen wir den Weg zur Maui-Station erkunden und finden den Wohnmobilvermieter nicht. Er ist inzwischen umgezogen und die neue Adresse hatten wir auf einem losen Zettel in unseren Unterlagen, aber nicht darauf geachtet.

Auf dem erneuten Weg zum Flughafen um ein Auto zu buchen, fahren wir eine Waschanlage an. Als das Mobil sauber ist, ist Franz dreckig und Ingo nass.

Zurück auf dem Campingplatz, liegen die Kaisers fünf Minuten später im Pool. Nach dem Planschen sonnen wir uns. Ja, man glaubt es kaum die Sonne scheint wieder, trotzdem ist es sehr schwül und feucht.

Samstag 29.04.06

Nachdem geduscht, gefrühstückt, gepackt und gedumpt wurde (entleeren sämtlicher Tanks außer Kraftstoff), wird noch einmal geduscht und zwar kalt, denn der Schweiß rinnt in Strömen.

Später am Howard Springs Nature Park gibt es Mittagessen. Anschließend wischt Brigitte das WOMO aus. Wobei sie sich nicht ganz klar ist, wird der Boden vom Wischwasser oder von ihren Schweißtropfen nass?

Jetzt leistet der kleine Pool gute Dienste um uns abzukühlen.

Um 14:10 Uhr startet das WOMO mit uns zum letzten Mal. Beim Flughafen wird der Mietwagen abgeholt, dann der Dieseltank des Mobiles vollgetankt bevor wir es bei Maui zurückgeben.

Die Rückgabe hat insgesamt 20 Minuten gedauert, keine Beanstandungen, nur Lob über den sauberen und guten Zustand des Fahrzeugs.

Mit dem Mietwagen, einer großen Reiselimousine (Comodore) von General Motors, habe ich anfangs Schwierigkeiten, denn Blinkerhebel und Scheibenwischer sind gegenüber dem Wohnmobil vertauscht und Sitzposition und Außenmaße sind gewöhnungsbedürftig. Außerdem hat er mächtig viel PS unter der Haube. Wir fahren in die City an die Wasserfront und schlendern dann über die Promenade mit Blick auf den „Beagle Gulf“ ein Teil der Arafura-See.

Promenade Darwin

Ein aufziehendes Gewitter warten wir im Auto ab und fahren anschließend durch Darwin. Es ist dunkel als wir am „Nightcliff“ parken. Eine Seebrücke ist von vielen Besuchern und Anglern bevölkert. Die können es in dieser Schwüle wahrscheinlich in ihren Häusern nicht aushalten. Wir sitzen bis 22:15 in der lauwarmen Seeluft über den Wellen. Hier ist es sehr angenehm.

Dann geht es zurück zum Flughafen. Der Mietwagen wird zurückgegeben, wir machen uns frisch und checken dann um 23:30 ein. Die Rückreise beginnt.

Sonntag 30.04.06

Um 01:30 Uhr startet unser Flieger nach Sydney, wo wir um 06:05 Uhr landen. Weil wir hier zehn Stunden Aufenthalt haben, fahren wir noch einmal in die City und sitzen zwei Stunden später auf den Stufen der Oper. Hier wird bei herrlichem Sonnenschein aber kaltem Wind gefrühstückt. Sydney erwacht an diesem Sonntagmorgen etwas gemächlich. Jogger traben über die Plätze, den Opernvorplatz und durch den Park. Wir gehen durch den Park, so eilig haben wir es nicht. Die zahlreichen Bänke in der Sonne werden ausprobiert und später auf dem Rasen unter schattigen Bäumen ein Nickerchen gehalten.

Sydney

Gegen Mittag verlassen wir, an der Oper und dem Hafen vorbei, den Park in Richtung Altstadt genannt „The Rocks“. Das Ziel ist der Löwenbräu-Keller, um dort die letzten australischen Dollars auszugeben. Heute lockt eine Drei-Mann-Trachtenkapelle mit bayrischen Weisen die Touristen scharenweise an. Fast alle Plätze sind besetzt, die Speisekarten sind ausgetauscht und die Preise im Schnitt um 80 % erhöht. (z. B. Wurstsalat letztens 9 $ jetzt 16 $). Unter diesen Umständen gibt es nur eine kleine Vesper. Sieben Brezeln und vier Getränke kosten 50 $.

Am Circular Quay gibt’s noch eine Runde Eis bevor es zum Airport zurückgeht.

Um 16:05 heben wir vom Australischen Kontinent ab. Brigitte schaut hinab und sagt: „Tschüs Sydney, du bist eine tolle Stadt, du hast was, wir mögen dich.“

Montag 01.05.06

Wie auf dem Hinflug, fliegen wir wieder über Singapur zurück. Bedingt durch die Zeitverschiebung setzt unser Flieger um 05:37 in Frankfurt auf. Die Abfertigung geht schnell, sodass wir schon um halb sieben im Zug sitzen. In Paderborn empfängt uns Klaus am Bahnhof und bringt uns nach Hause, wo das Thermometer 14 Grad Celsius anzeigt. Er hat noch eine Überraschung für uns, Gisela hat einen großen Topf Suppe gekocht der uns von innen wärmt. Sehr lecker.


Eine sehr interessante Reise ist zu Ende.



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