Kaiser´s Reiselogbuch


Australien

Der Südosten

Karte Australien-Queensland

New South Wales

Montag 10.04.
Wir werden von Motorenlärm geweckt. Auf der Campground-Zufahrt sehen wir den Grund. Baumaschinen arbeiten an der Zufahrtsstraße und zwei Lastzüge mit Schotter sind schon die schmale „Waldstraße“ heraufgekommen. Es wird offenbar an der Straße weitergebaut sodass es später eine Einbahnstraßenregelung für die Parkzu- und abfahrt geben wird.
Im Moment ist aber Rangieren angesagt. Die LKW fahren halb in den Wald hinein und unser Mobil muss auch mit den linken Reifen runter vom Weg, dann haben wir freie Fahrt.
Wegen der frühen Tageszeit bleibt das auch so bis nach 15 km uns ein Auto in den Serpentinen entgegenkommt. Der Fahrer stoppt uns und bittet darum Platz zu machen denn es kommt ein Tieflader mit einer Planierraupe den Berg herauf. Wir drücken unser Gefährt so dicht es geht an die Felsen und zentimeterweise rangiert der Transport an uns vorbei. An der Talseite passt kein Fuß mehr zwischen Reifen und Abgrund. Hut ab vor diesen LKW-Fahrern. Wir waren schon stolz mit dem WOMO diese Zufahrt geschafft zu haben, aber was die Profis leisten ist schon Anerkennung wert.

Landschaft

Im Tal angekommen, führt der Weg weiter landeinwärts und wieder stetig bergauf auf immer schmalerem und buckligerem Highway in Richtung Tenterfield. Dort in der Nähe liegt der „Bald Rock NP“.

Der Bald Rock ist der größte Granitmonolith südlich des Äquators. Er liegt wie ein überdimensionaler Findling auf der Hochebene und hat eine größere Masse als der Uluru (ehemals Ayers Rock). Allerdings hat der Bald Rock nicht die spirituelle Bedeutung wie der Uluru und ist längst nicht so bekannt. Der „kahle Felsen“ (Bald Rock, 1277 Meter über NN.) kann bestiegen werden und hat überirdisch noch gewaltige Ausmaße: Länge 750 m, Breite 500 m, Höhe 260 m  über das umliegende Buschland. Seine größte Masse liegt aber unter der Erdoberfläche.

Blick vom Bald Rock

Es führen zwei Wege hinauf, ein 600 Meter langer direkter Aufstieg über die steile blanke Flanke und ein flacherer Pfad durch Wald und Fels auf den Gipfel.
Bei Regen oder Tau in den Morgenstunden ist der direkte Weg sehr gefährlich. Jetzt am frühen Nachmittag im Sonnenschein bereitet er uns nur heftiges Herzklopfen und Atemnot wegen seiner Steilheit. Die durchtrainierte Ramona hängt uns mit Leichtigkeit ab und schaut von oben zu wie wir uns auf der halben Höhe hinaufquälen und in den Verschnauf- und Atempausen den Blick über den umliegenden Urwald schweifen lassen. Der Blick von oben ist grandios, nur der Horizont mit der Linie zwischen dem blauen Himmel und dem günen Blätterdach des Waldes begrenzt ihn in der Ferne.

Auf der Rückfahrt entdecken wir das erste Rudel Känguruhs in freier Wildnis. Es sind mehrere Tiere die auf einer Waldlichtung grasen. Sie sind mit der Fellfarbe perfekt an ihre Umwelt angepasst. Sie heben die Köpfe und schauen uns genauso neugierig an wie umgekehrt.

In Tenterfield wird noch eingekauft, dann fahren wir einem herrlichen Sonnenuntergang entgegen. Um Punkt 18:00 Uhr steht das WOMO 18 km vor „Glen Innes“ in einem Waldweg.

Als Teewasser aus dem gekauften Trinkwasserkanister umgefüllt werden soll ist dieser leck. Unten im Schapp ist alles nass. Nach dem Abendbrot will Brigitte spülen und stellt fest, dass der eingebaute Wassertank leer ist. Irgend etwas stimmt da nicht, entweder hat auch der ein Loch oder nur ein geringes Fasssungsvermögen.

Dienstag 11.04.

Heute startet der Motor schon um 6:00 Uhr. Im nächsten Ort mit Tankstelle wollen wir tanken und gleichzeitig Wasser auffüllen.
Dort stellen wir fest, dass Ingo in Rainbow Beach vergessen hatte den Gewindeanschluss des Wasserschlauchs vom Wasserkran wieder abzuschrauben. Jetzt wissen wir wieviel Liter der Tank fasst, denn er hat ihn mit einer Kanne füllen müssen. Es passten ca. 70 Liter hinein.
Ein Loch ist nicht zu finden, aber der Entlüftungsschlauch sitzt vorne oben auf dem Tank. Wahrscheinlich schwappt in jeder Kurve und bei jedem Bremsen ein guter Schluck Wasser durch die Entlüftung. Ich schnitze einen Holzstöpsel und verschließe die Entlüftungsöffnung während der Fahrt. Es sollte sich als richtige Maßnahme erweisen, denn von nun an reichte das Wasser viel länger.

Nach dem Frühstück fahren wir den New England Highway „N15“ südwärts und erreichen um 16:15 Uhr Sydney.

Schon zu Hause hatten wir im Internet nach einem citynahen Wohnmobil-Stellplatz gesucht und sind in North-Sydney, Neutral Bay, gegenüber dem Sydney Opera House fündig geworden.
Nun suchen wir in der 4,2 Millionenstadt die Adresse und finden sie nach einigem Umherirren und Fragen auch. Allerdings gibt es an diesem Ort gar keinen Stellplatz, es ist ein mehrstöckiges Appartementhaus. Inzwischen ist es dunkel und die „rush hour“, der Feierabendverkehrs-Wahnsinn, hat eingesetzt. Mit viel Intuition und Gottvertrauen schwimmen wir mit dem Verkehr in Richtung North Ryde zum nächstgelegenen Campingplatz, wenn nicht gerade alles steht.
Gerade rechtzeitig fragen wir an einer Tankstelle, denn an der nächsten Ampel müssen wir abbiegen und finden dank der soeben erhaltenen Beschreibung den „Lane Cove River Tourist Park“.

Mittwoch 12.04.

Der heutige Tag ist Sydney gewidmet. „ Sydney ist toll“ ist später unsere einhellige Meinung.
Nach dem Frühstück bringt der Bus uns vom Campingplatz zur Railway Station Chatswood. Acht Stopps und 10 km später steigen wir an der Central Station aus. Der erste Weg führt zum 325 Meter hohen Sydney Tower. Von der verglasten Plattform in 1000 feet (304,8 m) Höhe hat man einen tollen Überblick über die Stadt.
Sydney hat ca. 300 Sonnentage im Jahr und ein Klima wie bei uns am Mittelmeer. Auch heute wölbt sich eine blaue Glocke über das Häusermeer bis zum Horizont. Dabei erkennen wir auch, dass die Sehenswürdigkeiten in der City gar nicht so weit voneinander erntfernt und gut zu Fuß erreichbar sind.

Sydney von oben

Durch den Hyde Park, vorbei an der 1868 errichteten „St. Mary`s Cathedral“ erreichen wir den „Royal Botanic Garden“ an dessen Nordspitze die weißen Segel der „Sydney Opera“ leuchten. Hier, in unmittelbarer Nähe zu den Wolkenkratzern der City, joggen ständig Menschen über die Parkwege. Es scheint ein Volkssport für die Städter zu sein oder Ausgleich für die Büroarbeit in den Glaspalästen nebenan. In der Mittagspause wird der Park von hunderten Besuchern bevölkert die hier auf dem Rasen oder den Parkbänken sitzend ihre Lunch-Brote verzehren.
An den Parkeingängen sind Schilder aufgestellt mit der Aufforderung, den Rasen zu betreten und die Bäume zu umarmen.
Auf den Stufen der Oper, im Schatten ihrer Segel, schlecken wir ein Eis und schauen dabei dem An- und Ablegen der Fähren am „Circular Quay“ zu.

Oper und Harbor-Bridge

Eine von ihnen nimmt uns etwas später mit nach North Sydney, Neutral Bay, wo wir gestern schon mit dem WOMO (Abkürzung für Wohnmobil) herumgeirrt sind. Vom Wasser ergeben sich wieder herrliche Perspektiven auf Down Town, The Opera und die Harbour Bridge.

Nicht weit entfernt beginnt die restaurierte Altstadt Sydney´s, genannt „The Rocks“. Neben diversen Boutiquen und den verschiedensten Restaurants finden wir hier einen „Löwenbräu-Keller“. Ach wie herrlich schmeckt uns hier Hefeweizen, Brezel, Wurstsalat, Leberkäs, Flammbrot und richtiges Graubrot.

Frisch gestärkt wieder am Fährhafen, fahren wir diesmal unter der Harbour Bridge hindurch nach Darling Harbour. Am Aquarium steigen wir aus und schlendern unter der Monorail-Trasse entlang durch die Häuserschluchten zum „Queen Victoria Building“.

Queen Victoria Building

Das heutige Shopping Highlight im Jugendstil wurde 1898 anlässlich des Goldenen Jubiläums der Königin als Frucht- und Gemüsemarkt erbaut. Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten wurde es 1986 in voller Pracht wieder eröffnet.

Nachdem wir uns im Tower eine 3-D-Show über Australien anschauten ist es schon dämmerig. Der weitere Weg führt uns wieder zum Wasser. Inzwischen werden die Brücke und die Oper angestrahlt. Ramonas Wunsch Sydney bei Nacht zu sehen erfüllt sich somit. Eine Hafenrundfahrt bei Nacht setzt das i-Tüpfelchen auf diesen Tag.
Ramonas Fazit zum Abschluss: „Ein geiler Tag“.

Donnerstag 13. 04.

Sydney ist wirklich eine große Stadt. Wir brauchen über eine Stunde um die Außenbezirke zu verlassen. Wir fahren ans Meer. In Wallongong baden wir in der Tasman See.
Auf der Weiterfahrt merken wir, dass die Osterfeiertage bevorstehen, der Verkehr wird immer dichter.

Von der Küste selbst ist sehr wenig zu sehen denn der Highway führt wieder schätzungsweise 6 bis 8 Kilometer entfernt durchs Hinterland. Es gibt Stichstraßen, die an Strände oder zu Orten an der Küste führen. Auch wir biegen später auf eine von ihnen ab und erreichen Durras, einen Ferienort am Strand.

Lawrence Hargrave Aussichtspunkt

 Der erste Campingplatz, den wir anfahren ist voll belegt, der zweite bietet noch einen markierten Stellplatz oder mehrere Wiesenplätze. Als wir bei 45 Dollar Miete etwas lange beraten wird auf 40 Dollar revidiert. Das WOMO wird auf den letzten markierten Platz gestellt.

Um nach dem langen Sitzen wieder in Bewegung zu kommen, steht als erstes eine Strandwanderung an, die bei Einbruch der Dunkelheit beendet wird. Es ist zu merken, dass wir inzwischen weit im Süden sind, denn das Wasser ist hier schon sehr kalt und lädt wirklich nicht mehr zum Baden ein.

Wieder auf dem Platz grillen Ingo und ich Schnitzel auf den hier üblichen, frei nutzbaren Gasgrills. Nach dem Abendessen werden Karten geschrieben, noch etwas erzählt und dann ist Nachtruhe.


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